Criticality

Spiel-Beispiel: The 2030 SDGs-Spiel

Das 2030 SDGs-Spiel ist ein kartenbasiertes Spiel für mehrere Spieler, das simuliert, die “reale Welt” in das Jahr 2030 zu versetzen. Diese Erfahrung, die 2016 in Japan konzipiert wurde, hat sich in Japan zu einem starken und einflussreichen sozialen Phänomen entwickelt, das in den Medien große Beachtung findet und über 100.000 Teilnehmer erreicht. 2030 SDGs Spielveranstaltungen finden in Unternehmen, Behörden, Bildungseinrichtungen und Gemeinden statt. Zurzeit haben wir über 600 zertifizierte Moderatoren in Japan und etwa 50 weltweit. Das Spiel ist so konzipiert, dass es mit 5 bis 50 Spielern gespielt werden kann. (Diese Zahl kann auf maximal etwa 200 Spieler erweitert werden, wobei mehrere parallele ‘Welten’ gleichzeitig betrieben werden können.) Die Spielzeit beträgt ca. 1 Stunde; mit der notwendigen Erklärung und der anschließenden Reflexion erfordert sie mindestens 2 Stunden und funktioniert im Allgemeinen am besten in einem Zeitrahmen von 2 ½ Stunden.

Szenario: Die lokalen Behörden beschließen, einen freien Raum in einer dicht besiedelten Gemeinde (der unter Urbanisierung und Mangel an Grün leidet) in ein Handelszentrum anstelle eines Gemeindeparks umzuwandeln. Basierend auf diesem Szenario wird ein Rollenspiel organisiert. Es werden unterschiedliche Rollen sowie widersprüchliche Interessen und Meinungen identifiziert. Die Schülerinnen und Schüler werden in Gruppen eingeteilt, wobei jede Gruppe eine Rolle darstellt. Die Gruppen sammeln Informationen, um Argumente für ihre Position zu entwickeln. Spielen Sie das Rollenspiel aus und erkunden Sie die Themen aus verschiedenen Perspektiven. Zeigen Sie am Ende des Spiels die Probleme und Probleme über eine Web- oder Konzeptkarte, um ihren systemischen und komplexen Charakter anzuzeigen. Das Rollenspiel endet mit spezifischen Entscheidungen, die entsprechend ihrer Auswirkungen auf die Community überprüft und diskutiert werden.

Gruppenaktivität. Richten Sie ein produktions-/konsumbezogenes Szenario ein, z.B. einen Supermarkt. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen verschiedene Rollen, z.B. Manager, ältere Menschen, Schwangere, Umweltschützer, Veganer, Fleischesser. Rollenspiel-Teamsitzungen, die auf der Lösung verschiedener Fragen basieren, z.B. wie man Verbrauchergewohnheiten ändern, Gewinne steigern, umweltfreundlicher werden kann. Die Gruppen tauschen Erfahrungen und Ergebnisse aus.

Spiel-Beispiel: Cantor’s World

Zu einem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte, an dem wir mit einer Umweltkrise konfrontiert sind, ist es entscheidend zu verstehen, welche Auswirkungen die Entwicklung auf die Umwelt hat. Indikatoren wie das BIP und der HDI, die zur Messung der Entwicklung eines Landes verwendet werden, berücksichtigen die Umwelt nicht. Um diese Lücke zu schließen, veröffentlichte 2012 ein Trio von Organisationen unter dem UN-Dach einen Bericht, in dem von einem “Inclusive Wealth Index” (IWI) die Rede war. Der IWI ist eine Möglichkeit, die Verflechtung von Wirtschaft, Umwelt und menschlichem Wohlergehen anzuerkennen und zu artikulieren. Das Spiel Cantor’s World wurde für Schülerinnen, Schüler und politische Entscheidungsträger entwickelt, um zu erfahren, wie der IWI andere Indizes ergänzt. In dem Spiel können die Spielerinnen und Spieler mit verschiedenen politischen Entscheidungen experimentieren und das Tauziehen zwischen kurzfristigen Ergebnissen und langfristiger Nachhaltigkeit hautnah miterleben. Das Spiel ist für Masterstudenten der Studiengänge Wirtschaft, öffentliche Politik und Nachhaltigkeit konzipiert und wird an Universitäten weltweit gespielt. Das Spiel wurde von Fields of View in Zusammenarbeit mit UNESCO-MGIEP entwickelt.

Das Spiel hat viele Lernvorteile. Zunächst einmal treffen die Spieler politische Entscheidungen und verstehen deren Auswirkungen auf die drei Hauptstädte (IWI) und die SDGs – 4 (Qualität der Bildung), 10 (Verringerung der Ungleichheiten) und 13 (Klimaschutz). Während des Spiels erleben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sich politische Entscheidungen unterschiedlicher Zeitskalen auf die Nachhaltigkeit auswirken. Sie erkennen die Art der Beziehung zwischen dem produzierten Kapital und dem Humankapital sowie den Konflikt zwischen den einzelnen länderspezifischen Zielen und den globalen Zielen zur Erreichung der SDGs, insbesondere der SDGs 4, 10 und 13.
Durch ihr eigenes Handeln im Spiel erfahren die Spielerinnen und Spieler Kompromisse, Ressourcen und Beschränkungen der Operationalisierung von Politik und deren Auswirkungen auf die Produktivität und Nachhaltigkeit.

Schauen Sie sich Filme an, die einen Einblick in die Bildung auf der ganzen Welt geben. Siehe zum Beispiel:

Diskutieren Sie Unterschiede und was sie über Bildung zeigen, z.B. Chancen, die sie bietet, Herausforderungen, die sie darstellt, Unterschiede im Zugang.

Die Schülerinnen und Schüler werden mit einer aktuellen Konfliktsituation konfrontiert – oder wählen diese aus (dies kann lokal oder international sein). Sie sollen den Hintergrund des Konflikts recherchieren, wie er entstanden ist und anhand von kontrastierenden Quellen (z.B. Zeitungen, soziale Medien, Zeitschriftenartikel, politische Stellungnahmen) nach verschiedenen Perspektiven oder Positionen in Bezug auf das Thema suchen. Sie sollen eine Präsentation (z.B. Poster, Folien, Artikel) erstellen, die die verschiedenen Ansichten in Bezug auf den Konflikt hervorhebt und ihre eigenen Schlussfolgerungen erläutert.

Die Schülerinnen und Schüler erforschen den Zweck und den Schwerpunkt der Bildung in ihrem Land und betrachten ihre Auswirkungen auf verschiedene soziale Gruppen, z.B. geschlechtsspezifische, ethnische und klassenbezogene.

Die Schülerinnen und Schüler verfassen einen Aufsatz, in dem sie Zweck und Struktur des Bildungssystems kritisch bewerten und Vorschläge für Verbesserungen machen.

Nützlicher Text: Pirbhai-Illich & Martin in Bamber & Bullivant, 2015 Teesnet Conference papers, Liverpool Hope 2015.

Lernende in Gruppen werden gebeten, den Umweltgerechtigkeitsatlas zu betreten und nach sozio-ökologischen Konflikten rund um die biologische Vielfalt zu suchen. Sie werden gebeten, einen auszuwählen und die Informationen und Argumente jeder Seite des Konflikts zu sammeln (d.h. Unternehmen, die natürliche Ressourcen abbauen, Regierung, lokale Gemeinschaft und Aktivisten, ausländische NGOs usw.). Jedes Mitglied der Gruppe nimmt die Rolle eines Akteurs ein und analysiert die Argumente dieses Akteurs und erstellt ein SWOT-Analyseraster (Stärken; Schwächen; Chancen; Bedrohungen). Die Gruppen stellen der Klasse ihre Analyse vor.

Abfragemethode

  1. Sammeln Sie eine Vielzahl von Dokumenten, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven auf die (nicht) nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen beziehen.
  2. Machen Sie ein Poster, das einige Ideen zum Thema präsentiert und dabei Fakten von Meinungen und Vermutungen trennt.

In Gruppen analysieren die Schülerinnen und Schüler verschiedene Werbungen mit unterschiedlichen Botschaften, z.B. Autowerbung mit Frauen im Vordergrund, Schweizer Schokolade; die Gruppen diskutieren die Werbung unter folgenden Gesichtspunkten:

Die Gruppe “überprüft” dann die Fakten, um eine objektivere Art der Darstellung des Artikels zu finden, einschließlich der Vor- und Nachteile seiner Verwendung. Die Ergebnisse werden präsentiert, und dann reflektiert die Gruppe den Prozess.

Mögliche weitere Aktivitäten: Finden Sie heraus, wie Schaufenster- und/oder TV-Internetwerbung soziale, politische, wirtschaftliche, kulturelle und/oder ökologische Bilder verwenden.

Nützlicher Text: Critical thinking about consumerism and consumer focused industry (from Tilbury, Wortman: Engaging people in sustainability, chapter 3, critical thinking and reflection. IUCN, UK, 2004).